Archiv der Kategorie: Spectralis Tipps und Tricks

Spectralis 2

Die häufigste Spectralis 2 Support Anfrage

Die mit Abstand am häufigsten gestellte Frage zum Spectralis lautet:
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Hallo,

mein Spectralis lädt seit kurzem nicht mehr alle Samples in den Speicher. Wenn ich einen Song aufrufe und starte erklingen statt der richtigen Samples nur noch einfache Standard Töne, aber nicht mehr die Samples.

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Für die Beantwortung dieser Frage muss ich etwas weiter ausholen. Um zu verstehen, warum die Samples nicht mehr geladen werden, muss man ein besonderes Feature des Spectralis Sample Managements kennen, dass ich im folgenden erklären möchte:

Samples auf dem Spectralis Flash Speicher kann man zwischen „FIXED LOADING“ und „DYNAMIC LOADING“ hin- und her schalten.

„FIXED LOADING“ zielt darauf ab, während einer Live Performance die Songs schneller wechseln zu können. Zu diesem Zweck wählt man Samples aus, die zum Live Set gehören sollen und stellt diese auf FIXED LOADING. Diese samples werden dann unabhängig von der Benutzung im ersten Song in den Speicher geladen, sobald man das Gerät einschaltet. Wechselt man nun zwischen den Songs und hat in diesen Songs nur Samples verwendet, die auf „FIXED LOADING“ eingestellt sind, müssen beim Wechsel keine Samples mehr nachgeladen werden. Die Songwechsel erfolgen von daher ohne Ladezeiten.

Nachteil dieser Aktion:
Die Samples blockieren den Sample Speicher nun bis zum Reboot bzw. einem Setup Wechsel. Ist der Speicher aufgrund der Fixed Loading Samples bereits erschöpft, lassen sich von daher keine weiteren Samples mehr einlesen.

Dynamisch ladbare Samples hingegen werden immer entsprechend der angewählten Songs geladen und entladen.

Wenn Sie mit dem Problem konfrontiert werden, dass ein Song nicht mehr alle Samples einlesen kann, befindet sich wenigstens ein Sampleset auf dem Flash Speicher, das vermutlich versehentlich auf „FIXED LOADING“ gestellt wurde. Dieses Sample blockiert im normalen Betrieb Sample RAM und in Folge dessen können in dem gewählten Song tatsächlich verwendete Samples nicht mehr eingelesen werden.

Wie unterscheidet der Spectralis die beiden Varianten der Samples? Mit Hilfe des Archiv Bits. Das Archiv Bit ist ein Flag im Datei Header. Sobald ein Sample bewegt wurde, setzt das Betriebssystem dieses Flag. Der Nutzen dieses Flags ist ganz einfach. Anhand des Flags erkennen Backup Programme, ob sich der Status einer Datei geändert hat und archiviert sie im Falle einer Änderung.

Ein gesetztes Archiv Bit nutzt der Spectralis zur Erkennung der FIXED LOADING Samples. Deswegen sind alle Samples, die Sie zum Zwecke eines Backups auf den Speicher des Spectralis kopieren zunächst auf FIXED LOADING gestellt. Das gleiche betrifft neue Samples – ganz egal ob eigene oder eine Sample Library. Alle Samples, die Sie auf den Flash Speicher kopieren, sind zunächst einmal auf „FIXED LOADING“ gestellt.

Der Spectralis versucht, alle FIXED LOADING Samples einzulesen und lädt während des Bootvorgangs so lange weiter, bis der Speicher voll ist. Zum Nachladen weiterer Samples ist dann einfach kein Platz mehr im RAM.

Lösung:

Sie stellen nach dem Kopieren alle Samples auf „dynamisches Laden“.

Dazu befolgen sie die folgenden Schritte:

1.) Betätigen Sie [SHIFT] + [BROWSE]
2.) Wählen Sie den internen FLASH Speicher per Encoder Tasterbetätigung
3.) Betätigen Sie die [SHIFT]-Taste
4.) Betätigen Sie die Encoder-Taste [DynAll]
5.) Danach müssen Sie den Spectralis neu starten.

Nun sollten alle Samples im Root Directory wieder auf dynamisches Laden gestellt sein. Die Songs sollten nun wieder mit allen Samples abgespielt werden.

Sollten Sie mit Setups gearbeitet haben, müssen Sie natürlich auch in den entsprechenden PERFORMZ-Ordnern die Samples auf dynamisches Laden stellen.

Spectralis LP filter repair I

The Spectralis 24 dB analog  lowpass filter opens actually up to 15KHz.  In rare cases a defective part prevents the control voltage from reaching the highest value. In this case, the filter opens up to a frequency of 4 KHz only. As a result the filter has a very mellow sound. You can check your filter by loading the file below. The download contains a zip file with a Spectralis pattern. The pattern must be copied into an empty song. Hook up the Spectralis to a computer with a USB cable and copy and paste the file into an empty song. If there is no empty song anymore  please copy one of the song folders from the Spectralis to your local harddisk (backup the song). Now you can delete the content of that folder on the Spectralis or the entire songfolder. After deleting the whole folder please create a new songfolder on the Spectralis flash memory and use the same name as the song from which you have previously made a computer backup. The name has the following format: „SongXX“ where XX stands for a songnumber between 01 and 32.

Download the file below, exctract the pattern and copy the pattern to the new song folder.

PATT01.SPT
Now unmount the Spectralis and remove the USB cable. Next please select the song and start the first pattern in pattern mode.

The pattern plays four notes over 4 octaves with a saw waveform. It starts with four octaves fed through the Multimode filter followed by the same notes fed into the lowpass filter.

If the second four notes are always mellow like the audio example below, the filter should be repaired:

But if the filters open almost with the same high overtones like in the audio file below, everything is fine:


The new frequency range of the filter can cause sound differences in your own songs. The frequency modulation caused by the envelope depth settings, sequencer line modulations, cutoff tweaks you maybe have recorded with the modulation wheel or with aftertouch or any other modulation of the filter will sound different after the modification!

If you want to make sure to get the same results like before this modifications, please just record your songs onto your DAW for later reference.

All the factory songs have been produced with a filter, that closes and opens in a normal way. The factory songs maybe will sound different but they will then sound like they have been produced by me. So – just enjoy the new versions of them 😉

I created a little instruction video for the repair. The defective part can be extracted by cutting the pins of a that part. That can be done with a box cutter. The pins can be cut much easier than you maybe expect. Please don’t move the cutter back and forth. If you do that you can maybe cut printed circuit board tracks, that are essential for the functionality of the filter. Simply place the cutter onto a pin as close as possible to the part itself and press the cutter down. Do that with all 3 pins. Afterwards you can take away the part. When you play the pattern again, it should sound like the second audio file.


Spectralis 1.71

This update fixes the card formatting function in the Spectralis 1, and won’t format the internal flash memory anymore, when a card has been selected for formatting.
The Spectralis 2 SD card formatting is disabled and will not accidently format the internal flash memory anymore.
The step editor value representation works now in realtime and is correct now.
The MIDI definition settings are now disabled by default.

SpectralisV171

Spectralis 1 & 2 Version 1.70

Spectralis1&2_170

1.70 Bugfixes

1.) Die Auswahl eines Motivs bei laufenden Sequenzer synced nun wieder korrekt zum laufenden Pattern.
2.) Die Abspielrichtung „RANDOM“ des Step-Sequenzers erzeugt nun wieder echte Zufallsfolgen.
3.) Der Step Offset des Step-Sequenzers wird wieder richtig angezeigt.
4.) Die Step-Hüllkurven des Step-Sequenzers funktionieren wieder richtig.
5.) Die Song Vorauswahl bei laufendem Sequenzer stoppt die Wiedergabe erst, wenn eine Auswahl bestätigt wurde und der neue Song geladen wird.
6.) Die Step-Sequenzer Status-LEDS werden wieder richtig gesetzt.
7.) Die monophone Betriebsart beim DSP Synth wurde verbessert.
8.) Das Oszillator Wellenform Menü hatte ein paar Ungereimtheiten im Volume Envelope Untermenü. Die Encoder-Tasten führten auf die falschen Edit Seiten im Menü.

1.70 Bugfixes

1.) The selection of motifs while the sequencer is running does now play the motif in sync with the sequencer again.
2.) The stepsequencer’s playing direction „random“ is playing the events in random order again.
3.) The offset value of a step-sequencer step is now again showing up correctly.
4.) Step envelopes of the step-sequencer are working correctly again.
5.) The song selection during playback does not stop the current song until the selection is confirmed and the new song is already loading.
6.) Step-sequencer status-LEDs are assigned correct again.
7.) The monophonic voice mode works correctly now.
8.) The Oscillator Wave menu had some issues in the Oscillator volume envelope section. The encoder-buttons did not jump into the correct menu anymore.

Spectralis 2 Edit Section

Spectralis I & II: File Management unter FAT16 und Dateinamen

Nach dem schwierigen Thema „Sample-Management“ aus dem letzten Beitrag, folgt jetzt  ein damit eng verbundenes,  weiteres Reizthema – das File Management.
Oberflächlich betrachtet geht es um eine recht einfache Sache: Man kann jederzeit den Spectralis über ein USB Kabel an einen Computer anschließen. Der Spectralis wechselt automatisch in einen USB Datenträger Modus und erscheint als kleine Festplatte im Dateimanager ihres Computers. Sobald das Laufwerk erschienen ist, lassen sich Dateien einfach per „Drag und Drop“ darauf verschieben. Anschließend können die Dateien vom Spectralis genutzt werden. So weit, so gut!

Wer mit verschiedenen Betriebssystemen oder unterschiedlichen Rechnergenerationen arbeitet, hat vielleicht schon einmal von verschiedenen Dateisystemen gehört.  Als Anwender muss man sich normalerweise gar nicht mit dem Dateisystem beschäftigen. Im Idealfall gibt man einer beliebig großen Datei einen beliebig großen Namen und speichert diese Datei auf einen beliebig großen Datenspeicher ab. Diesen Datenspeicher kann man auf allen bekannten Rechnerplattformen und Betriebssystemen anschießend  ohne Probleme einlesen und weiterverarbeiten.

Zugegebenermaßen kommen wir diesem Ziel jedes Jahr etwas näher – zumindest im Bereich aktueller 64 Bit Windows oder MAC-OSX Rechner ist es kein Problem mehr, Terabytes an Daten zu organisieren und Dateien mit mehreren Gigabytes zu öffnen – aber vor nicht all zu langer Zeit hätten diese Datenmengen zu unüberwindbaren Problemen geführt. Der Spectralis ist in erster Linie ein Musikinstrument. Er ist definitiv kein moderner Computer. Sein Dateisystem ist den Anforderungen seiner Hardware angepasst.

Wir müssen nun leider ein paar Hintergrundinfos zum Spectralis Dateisystem einfügen, damit die mögliche Problematik beim Arbeiten mit Dateien verständlich wird. Der Spectralis arbeitet mit dem sogenannten FAT16 (genauer FAT16B) Filesystem.

Die folgenden Ausführungen sind stark vereinfacht und gekürzt um den Artikel nicht zu lang werden zum lassen.

Als das FAT16 Filesystem 1983 vorgestellt wurde, befanden wir uns noch im Säuglingsalter der Computer Entwicklung. Ein Arbeitsspeicher von ein paar Megabytes und Festplatten mit weniger als 100 MB Speicher waren weit verbreitet. Das Filesystem wurde bewusst schlank gehalten. Damals war noch jedes Byte wertvoll und es kam einer Verschwendung gleich, Dateinamen beliebig lang werden zu lassen. Immerhin wäre das weiterentwickelte und auch heute noch anzutreffende FAT16B Dateisystem bereits in der Lage gewesen, bis zu 4 GB große Dateien und Festplatten anzusprechen – zur damaligen Zeit waren solche Größen noch absolute Zukunftsmusik für den Heimcomputer.

Für einfachere „Rechner“ wie dem Spectralis bietet sich das FAT16B Filesystem an. Der Verwaltungsaufwand ist recht gering. Es werden keine großen Rechnerressourcen benötigt, um einen FAT16B Datenspeicher zu verwalten. Für den Anwender ergeben sich aber ein paar Limits:

Im Stammverzeichnis (engl. root, die unterste Ebene eines Datenträgers) gibt es ein Maximalmenge an Verzeichniseinträgen.  Verzeichniseinträge werden für Dateien und Ordner angelegt. In einem Verzeichniseintrag findet das Betriebssystem den Datei- oder Ordner-Namen und die Startadresse der zugehörigen Datei. Im Falle der FAT16B hat jeder Verzeichniseintrag Platz für einen Namen aus 8 Buchstaben ohne Sonderzeichen und 3 Buchstaben für eine Dateinamenserweiterung. „readme01.txt“ ist ein Beispiel für einen solchen Dateinamen. Anhand der Dateinamenserweiterung „.txt“ erkennt zum Beispiel Windows, dass es sich bei der Datei um eine Text-Datei handelt.

Von solchen Verzeichniseinträgen kann es im Falle des Spectralis I und II nur 255 Stück geben. Allerdings gilt das nur für Einträge mit Dateinamen, die tatsächlich aus maximal 8 Buchstaben plus 3 Zeichen Dateierweiterung bestehen. Die Maximalanzahl geht schnell zurück, sobald sich Sonderzeichen in dem Dateinamen befinden oder die Dateinamen zu lang werden. Für Dateien mit langen Namen erzeugt das Betriebssystem einen Alias Verzeichniseintrag.

Aus:

„IchHabeEinenZuLangenDateinamenBenutzt.txt“

erzeugt das Betriebssystem einen Stellvertreter Eintrag (alias) mit dem gekürzten Dateinamen:

„ICHHABE~1.TXT“

Der alias verweist nicht direkt auf die Datei sondern benötigt zusätzliche Einträge, die sich den Dateinamen teilen und schlussendlich dann die eigentliche Datei referenzieren. Die dabei verschwendeten Dateieinträge sind verloren und bedeuten letztlich, dass man im Stammverzeichnis  wesentlich weniger Dateien ablegen kann, als es die Maximalanzahl verspricht. Deswegen wäre als ganz wichtige Erkenntnis zu nennen, dass man die Dateinamen klein halten sollte!

Das Betriebssystem gibt sich bei einem Kopierversuch auf einen Datenträger ohne verfügbare Dateieinträge meist nicht sehr auskunftsfreudig. In der Regel heißt es lediglich „Disk Full“. Für viele Anwender ist diese Meldung ein Schock – vor allem wenn von den möglichen 4 GB des Spectralis II Flashspeichers noch mehr als zwei Gigabyte frei sind und trotzdem die „Disk Full“ Meldung erscheint.

Da es im Nachhinein wirklich kein Vergnügen ist, die Dateinamen von Sampledateien zu verändern, sobald die Samples bereits in Songs verwendet worden sind, gleich noch mal der wichtigste Tipp von oben. Dateinamen kurz halten! Es ist mühsam, in Songs Samples neu zuzuordnen, weil Dateinamen verändert werden mussten.

Am besten gibt man den SLC und SLI Dateien bereits auf dem Rechner einen maximal 8 Zeichen langen Namen und kopiert die Dateien erst danach auf den Spectralis Speicher.

Aber nicht nur lange Dateinamen verbrauchen zusätzliche Verzeichniseinträge. Versuchen Sie immer wieder Dateinamen mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner zu erzeugen. Der kleinste gemeinsame Nenner ist die Namenskompatibilität zu alten Betriebssystem und den damit anzutreffenden Dateisystemen. Keine Sonderzeichen, keine Leerzeichen im Dateinamen, keine zusätzlichen Punkte. Ich hatte schon Spectralis hier, dessen Filesystem vom Spectralis selbst nicht mehr gelesen werden konnte. Dateinamen wie „TR808 Super.Kick.sli“ sollten auf jeden Fall vermieden werden.

Arbeiten Sie mit dem fortschrittlichsten Apple Betriebssystem der Welt? Dann müssen Sie beim Kopieren von Daten auf den Spectralis ganz besonders vorsichtig sein.

Zunächst erzeugt MAC OSX schon beim Einstecken des Datenträgers ungefragt ein paar neue versteckte Dateien auf dem kostbaren Datenspeicher. Allen voran ist das zum Beispiel ein versteckter Ordner, der gelöschte Dateien sichert (.Trashes).  Meine Dateiliste auf einer Speicherkarte beginnt zum Beispiel so:

.fseventsd
.Spotlight-V100
.Trashes

Sie sehen diese Dateien nicht? Das liegt daran, dass der MAC in seiner Grundeinstellung versteckte Dateien nicht anzeigt.  Leider sind ein paar Freak-Kniffe notwendig, diese Dateien anzuzeigen:

1.) In der Spotlight Suche oben rechts geben Sie Terminal ein. Gleich oben in der erscheinenden Liste tippen Sie auf das Terminal Programm, dass dann gleich gestartet wird und auf ihre „Freak-Eingaben“ wartet.

2.) Kopieren sie die folgende Zeile in das Terminal Fenster und betätigen anschliessend die Return-Taste:

defaults write com.apple.finder AppleShowAllFiles true
[RETURN]

3.) Anschließend erzwingen Sie einen Neustart des Finders mit der folgenden Terminal-Eingabe, die Sie ebenfalls mit return bestätigen müssen:

killall Finder
[RETURN]

Jetzt sollten Sie die versteckten Ordner und Dateien sehen können.

4.) Sollten sie es bevorzugen, diese Dateien nicht mehr anzeigen zu lassen, sollten Sie die Einstellung rückgängig machen. Das geht mit den folgenden beiden Zeilen – mittlerweile sind Sie schon fast ein Profi:

defaults write com.apple.finder AppleShowAllFiles false
[RETURN]

killall Finder
[RETURN]

Vielleicht sehen Sie mit sichtbaren, versteckten Dateien noch viel mehr verschwendete Verzeichniseinträge. Beliebt in der MAC Welt ist zum Beispiel eine zusätzliche Datei mit einem vorangestellten „.“ Zur Datei TR808.SLC zum Beispiel eine wesentlich kleinere Datei mit dem Namen .TR808.SLC. Diese Dateien – also Dateien mit vorangestelltem Punkt – sollten sie vom Spectralis 1 Speicher löschen – der Spectralis II löscht diese Dateien seit der Version  1.5 selbstständig, sobald das Gerät den USB Modus verlässt. Beim Spectralis 1 müssen Sie das Löschen selbst in die Hand nehmen.

Doch wozu erzeugt der MAC diese zusätzlichen, versteckten Dateien? In diesen Dateien wurden früher ein paar zusätzliche Dateiinformationen abgelegt, um beim Transfer über ein FAT Laufwerk keine Informationen zu verlieren, die im MAC Filesystem innerhalb der Verzeichniseinträge abgelegt wurden. Verzeichniseinträge auf dem Apple Filesystem enthielten mehr Daten als jene auf einem FAT Laufwerk. Der MAC legte dort zum Beispiel den Creator Code und den Filetype ab. Von daher konnte der MAC schon früher Dateien selbst ohne Dateinamenserweiterung den richtigen Programmen zuordnen. Mittlerweile kommt selbst der MAC ohne diese Ergänzungen aus. Löschen Sie die versteckten zusätzlichen Dateien einfach und freuen Sie sich über die neu gewonnenen Datei Einträge.

Das Verzeichniseintrag-Limit gilt übrigens nur für das Stammverzeichnis (root). In einem Ordner kann eine größere Anzahl  Dateien verarbeitet werden. Im Spectralis 2 können seit der Version 1.5 Verzeichnisordner angelegt werden, die Samples, Songs und Soundbänke aufnehmen können (PERFORMZ.00x). Diesen Luxus haben Spectralis 1 User aufgrund des wesentlich kleineren Speichers nicht. Im laufenden Betrieb kann man zwischen diesen  Ordnern wechseln, um komplette Live- oder Studiosets bequem zu wechseln und natürlich auch um dieses Datei-Limit zu umgehen.

Trotzdem – zum Abschluss ein paar ganz wichtige Tipps.

1.) Nur Samples dauerhaft auf den Spectralis kopieren, die man wirklich benutzt. Im Falle des Spectralis II probiere ich neue Samples immer in meinem PERFORMZ.020 Ordner. Zum Ausprobieren der neuen Samples wähle ich nach dem Kopieren dieses Setup mit der Memory Taste (SHIFT + MEMORY) diesen Ordner aus und probiere die neuen Samples anschließend per Anzahl mit dem Oscillator Wave Menü. Die Samples, die ich in meinem Hauptsetup benutzen will, kopiere ich später nur bei Bedarf in ein anderes Setup meiner Wahl.

2.) Es gibt Kunden, die irgendwo in den Tiefen des Internets eine neue „1000 kostenlose Drumsounds“ Sammlung finden und diese als Einzelsamples für den Spectralis umwandeln. Das sollte man auf gar keinen Fall machen. Samples, die kleiner als 1 MB sind gehören in Instrument Collections (SLC Dateien). Eine solche SLC Datei mit mehreren Drumsounds kann ruhig ein paar Megabytes an Samples enthalten. Von 1000 Samples einer solchen Sammlung sind oft nur eine Handvoll wirklich gut. Das sind die Sounds, die sie benutzen sollten. Die dürfen dann auch auf den Speicher als BestOf.SLC zum Beispiel. Alles andere sollten sie gleich wieder löschen. Bedenken Sie immer, dass sie alle Samples im Spectralis vielfältig per Soundparameter verändern können.

3.) Bedenken Sie ferner, dass der Spectralis nur begrenzten Ressourcen Speicher hat, in dem er Dateireferenzen, Dateinamen und Sammelnamen ablegen kann. Jeder Sample-Name und jede Referenz auf ein Sample im Flash Speicher kostet Speicherplatz. Wir sind heute gewohnt, riesige MP3 Libraries auf dem Rechner zu horten. Ein heutiger PC hat Gigabytes an Speicher, Terabytes an Festplattenplatz und gleich mehrere Laufwerke, die bei Bedarf angehängt und abgehängt werden können. Von alledem ist ein Spectralis Lichtjahre entfernt. Wenn Sie plötzlich im Oszillation Wellenform Menü keine Samples mehr finden, obwohl einige SLC und SLI Dateien laut Browser geladen worden sind, ist die Anzahl der Samples in ihrem Setup sicherlich zu groß. Wenn man vernünftig mit den Ressourcen umgeht, läuft man nicht Gefahr, überhaupt in die Nähe der oben geschilderten Probleme zu kommen. Ich hatte in meiner langjährigen Spectralis Nutzungsphase noch nicht ein einziges Sample Speicher Problem – und ich habe natürlich beide Sample Libraries und die alten Spectralis I Samples im Dauereinsatz.

Ich weiß – das war jetzt harte Kost und ein ständiges Ermahnen  zu mehr „File-Disziplin“. In der nächsten Folge  werde ich mir ein fröhlicheres Thema aussuchen – Versprochen!

PS.: Im Beitrag „Sample Management“ gibt es ergänzende Angaben zum Thema. Vor allem den Bereich rund um das Thema dynamisches Laden von Samples sollte man nie aus dem Auge verlieren.

 

Spectralis I & II: Sample Management

Kein Thema wirft so viele Fragen auf, wie das Sample Management beim Spectralis. Am besten beginnen wir zunächst damit, was man nicht machen sollte:

  1. Niemals vergessen, dass man es beim Spectralis nicht mit einem Computer mit Festplatte zu tun hat. Speicher ist wertvoll und sollte nur mit Samples verbraucht werden, die man auch wirklich nutzt.
  2. Niemals kurze Wellenform- oder Drumsamples als Einzelsamples konvertieren (SLI Files). Viele kleine Dateien belasten das Dateisystem. Mehr als 255 Verzeichniseinträge sind im Root Verzeichnis nicht möglich. Deswegen gilt: Mehrere kleine Samples zu Sample Collections zusammenfassen (SLC). Dazu selektiert man einfach mehrere Samples zur gleichen Zeit und schiebt sie zusammen auf das Sample-Import Programm. Danach exportiert man sie als Sample Collection.
  3. Nach dem Übertragen der Samples müssen die neuen Sample- Dateien (Stand 09/2014) auf „dynamisches Laden“ gestellt werden. Ansonsten blockieren Sie auch wenn sie nicht genutzt werden den Speicher und verhindern, dass andere Samples geladen werden können. Weiter unten beschreibe ich detailliert, wie man die Samples entsprechend umschaltet.
  4. Neue Samples sollte man nicht in der Klangauswahl suchen – dort wird man sie nicht finden. Vielmehr erscheinen sie als Wellenformen im Oszillator Wellenform Menü der Sample Parts!
  5. Niemals lange Datei- oder Sample-Namen verwenden. Ein Dateiname mit mehr als 8 Zeichen sorgt für eine Verschwendung von Dateisystem Einträgen. Als Resultat bekommt man noch weniger Samples auf den Datenträger. Am besten immer maximal 8 Zeichen, keine Leerzeichen etc. – DOS lässt grüßen.

Wenn man sich die Punkte oben zu Herzen nimmt, hat man bereits die größten Stolpersteine überwunden. Damit kommen wir zu den Tipps:

  1. Wie oben erwähnt sollte man neben den Dateinamen auch die Namen der Samples kurz halten. Das Display des Spectralis hat  aufgrund der Menü Aufteilung nur begrenzten Platz für Dateinamen. Aber es gibt Möglichkeiten, die Sammelnamen kurz zu halten, ohne auf all zu viel Komfort verzichten zu müssen. Das verdanken wir den Kategorien. Ein Sample, dass wir der Kategorie „Kick“ zugeordnet haben, muss die Bezeichnung „Kick“ nicht im Namen enthalten. Diese Auswahl ergibt sich ja bereits bei der Kategorie Anwahl. Dazu gesellt sich die Subkategorie. Diese sorgt für eine noch feinere Zuordnung. Der Name sollte nur dafür verwendet werden, was darüber hinaus zur Differenzierung notwendig ist. Stellen Sie sich zum Beispiel eine 26 Zoll Kickdrum vor, die Sie per Mikrofon von einem Sonor Drumset aufgenommen haben. Als Hauptkategorie würden Sie nun „KICK“ auswählen, als Subkategorie „Natural“, weil es sich ja um ein Naturinstrument handelt. Als Name würde sich dann zum Beispiel Sonor26 anbieten. Daraus würde sich bei der Anzahl dann „Kick->Natural->Sonor26“ ergeben.
    Wenn Sie Angst haben, dass sie dann mit den Samples auf ihrem Computer durcheinander kommen, kann ich Ihnen einen weiteren Tip verraten:
  2. Geregeltes Abschneiden: der Unterstrich „_“ in Sample Namen. Alle Zeichen in einem Sample-Namen vor dem Unterstrich werden gelöscht. Man könnte sich also im vorderen Bereich ein Kürzel für das Sortieren der Samples im Rechner überlegen. „S_“ für Snares, „K_“ für Kicks etc. Im Spectralis wird man die Zeichen vor dem Unterstrich nicht sehen können.
  3. Lange Sample-Namen werden beim Spectralis automatisch gekürzt, bis Sie in den zugewiesenen Displaybereich passen. Eine Strategie ist das Löschen von Vokalen im Namen. Statt „ABACABDrum“ also „BCBDrm“. Wenn man das nicht weiß, sucht man seine Samples vielleicht vergeblich.
  4. Möchte man seine Samples im normalen Sound Select Bereich auswählen, sollte man für jedes Sample einen Sound programmieren und abspeichern. Über Sounds kann man dann zum Beispiel auch verschiedene Klang Variationen eines einzigen Samples ablegen – verschiedene Tunings, verkürzte oder gefilterte Versionen etc.
  5. Bevor man seine neuen Samples ausprobiert, sollte man einen leeren Song auswählen. In einen Song, der das Sample RAM bereits völlig verbraucht, kann man keine neuen Samples mehr einladen.
  6. Seit der Version 1.5 kann man beim Spectralis Ordner für verschiedene Performance Sets ablegen. Ein solches Performance Set  beinhaltet quasi einen kompletten Speicherinhalt mit Songs, Patterns, Samples und Sounds. Wenn ich ein neues Sampleset ausprobieren möchte, erzeuge ich mir einen PERFORMZ.xxx Ordner und kopiere alle Dateien des neuen Sets dort hinein. Ich kann die Samples dann testen, ohne mein aktuelles Setup zu beeinflussen.

Last – but not least – die Ausführungen zur Umschaltung der Samples auf dynamisches Laden. Da brauchen  wir zunächst eine Erklärung, was es damit auf sich hat. Auf „dynamisches Laden“gestellte Samples werden abhängig vom ausgewählten Song geladen. Der Spectralis analysiert alle Patterns eines Songs nach verwendeten Samples und lädt diese automatisch ein.
Nach dem Kopieren der Samples auf den Spectralis sind diese aber noch nicht für dynamisches Laden vorbereitet. Dynamisches Laden wird nämlich über ein File Attribute Flag gesteuert – das Archiv Flag. Windows, Linux und MAC OS setzen dieses Flag bei jeder Kopieraktion. Es wird also auch bei den Samples gesetzt, die man auf den Spectralis kopiert. Das Flag signalisiert dem Spectralis, dass es sich um ein nicht dynamisch zu ladendes Sampleset handelt. Samples mit diesem Flag werden auf jeden Fall geladen – ganz unabhängig von Songs. Der Spectralis würde seinen Speicher sogar gleich beim Booten voll laden, wenn er genug Samplesets mit gesetztem Archiv Flag finden könnte. Das ist auch der Grund, warum bei vielen Kunden die Werksongs nicht mehr richtig laufen, sobald sie neue Samples auf den Flash Speicher kopiert haben. Die auf „FIXED LOADING“ stehenden Samples blockieren eine dynamische Sample RAM Nutzung.
Was ist also zu tun? Wir müssen dieses Archiv Flag löschen. Beim Spectralis wählt man dazu im Browse Menü jedes Sampleset nacheinander an und betätigt die ENTER-Taste. Im Display kann man die Umschaltung auf dynamisches Laden verfolgen. In der Regel ist es sinnvoll dafür zu sorgen, dass immer alle Samples auf dynamisches Laden gestellt sind.
Windows Power User können das Archiv Flag auch mit Windows Boardmitteln löschen. Unter Windows 7 geht das folgendermaßen. Sie wählen die Sample Dateien an und betätigen die rechte Maustaste. Nun wählen Sie „Properties“ und in der erscheinenden Dialogbox „Advanced“.  In der Dialogbox können Sie das Archiv Flag löschen. In anderen Windows Versionen geht es ähnlich.

Ganz wichtig! Egal auf welche Art und Weise Sie das Archive Flag gelöscht haben – als letzten Schritt müssen Sie den Spectralis rebooten, damit er die „FIXED“ geladenen Samples aus dem Speicher entfernen kann.