Archiv für den Monat: Mai 2016

Soundcraft Signature 22 MTK EQ und FX „Tweaking“

Kürzlich strukturierte ich mein Musikzimmer dahingehend um, dass ich meine Musik wieder „OTB“ – also außerhalb des Rechners abmischen und entzerren kann. Mir liegt die Bedienung eines analogen Pultes einfach mehr. Es kommt mehr Spontanität und Freude auf, wenn man direkt und ohne Umwege in des Klanggeschehen eingreifen kann. Ich habe mich sehr schwer getan, das richtige Mischpult für meine Zwecke zu finden. Meine Wahl fiel auf ein Soundcraft Signature 22 MTK Pult. Zum einen ist mir eine Lösung mit integriertem USB Multitrack Audio System sehr sympathisch und zum anderen ließ es sich mit seiner kompakten Größe perfekt in meinen Studio Aufbau integrieren. Bevor ich das Pult mit meinem Rechner verbunden hatte, war mir nicht bewusst, dass ich den Logic X Sample Buffer auf 32 Samples stellen könnte. Das hat mich endgültig überzeugt. Viele Kanäle mit 100mm Fadern, 2 semiparametrischen Mitten, 2 eingebaute Effekte, Hi Z Eingänge für Gitarre und Bass, Limiter in 8 Eingangsstufen und ein 22/24 Kanal Audio Interface für deutlich unter 1000 Ocken – da muss es doch einen Haken geben… Wahrscheinlich schon – aber ich habe ihn noch nicht gefunden. Klar, Bypass Schalter für EQs wären toll gewesen oder einzeln schaltbare 48 V Phantomspeisung oder ein Ein/Ausschalter – aber die Vorteile dieser Lösung wirken so massiv, dass ich jeden Tag ein Grinsen in mein Gesicht bekomme, wenn ich das Teil in meinem Musikzimmer sehe.

Das wichtigste an einem Pult ist natürlich der Sound. Da es verdammt viele Videos auf Youtube gibt, in denen man Leute über das Pult reden hört, aber wenige, die es auch tatsächlich vorführen, habe ich ein alternatives Video gemacht. In dem Video wird gar nichts erzählt. Stattdessen kann man die EQs und Effekte eine Viertelstunde lang auf verschiedenen Audio Signalen hören, die allesamt dem Spectralis, dem Schwarm Oszillator und dem Dual Multimode Filter entsprungen sind. Viel Spaß!

Den RT-311 Schwarm-Oszillator und das RT-451 Filter hört man übrigens ab ca. 6:12

 

Spectralis 2

Die häufigste Spectralis 2 Support Anfrage

Die mit Abstand am häufigsten gestellte Frage zum Spectralis lautet:
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Hallo,

mein Spectralis lädt seit kurzem nicht mehr alle Samples in den Speicher. Wenn ich einen Song aufrufe und starte erklingen statt der richtigen Samples nur noch einfache Standard Töne, aber nicht mehr die Samples.

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Für die Beantwortung dieser Frage muss ich etwas weiter ausholen. Um zu verstehen, warum die Samples nicht mehr geladen werden, muss man ein besonderes Feature des Spectralis Sample Managements kennen, dass ich im folgenden erklären möchte:

Samples auf dem Spectralis Flash Speicher kann man zwischen „FIXED LOADING“ und „DYNAMIC LOADING“ hin- und her schalten.

„FIXED LOADING“ zielt darauf ab, während einer Live Performance die Songs schneller wechseln zu können. Zu diesem Zweck wählt man Samples aus, die zum Live Set gehören sollen und stellt diese auf FIXED LOADING. Diese samples werden dann unabhängig von der Benutzung im ersten Song in den Speicher geladen, sobald man das Gerät einschaltet. Wechselt man nun zwischen den Songs und hat in diesen Songs nur Samples verwendet, die auf „FIXED LOADING“ eingestellt sind, müssen beim Wechsel keine Samples mehr nachgeladen werden. Die Songwechsel erfolgen von daher ohne Ladezeiten.

Nachteil dieser Aktion:
Die Samples blockieren den Sample Speicher nun bis zum Reboot bzw. einem Setup Wechsel. Ist der Speicher aufgrund der Fixed Loading Samples bereits erschöpft, lassen sich von daher keine weiteren Samples mehr einlesen.

Dynamisch ladbare Samples hingegen werden immer entsprechend der angewählten Songs geladen und entladen.

Wenn Sie mit dem Problem konfrontiert werden, dass ein Song nicht mehr alle Samples einlesen kann, befindet sich wenigstens ein Sampleset auf dem Flash Speicher, das vermutlich versehentlich auf „DYNAMIC LOADING“ gestellt wurde. Dieses Sample blockiert im normalen Betrieb Sample RAM und in Folge dessen können in dem gewählten Song tatsächlich verwendete Samples nicht mehr eingelesen werden.

Wie unterscheidet der Spectralis die beiden Varianten der Samples? Mit Hilfe des Archiv Bits. Das Archiv Bit ist ein Flag im Datei Header. Sobald ein Sample bewegt wurde, setzt das Betriebssystem dieses Flag. Der Nutzen dieses Flags ist ganz einfach. Anhand des Flags erkennen Backup Programme, ob sich der Status einer Datei geändert hat und archiviert sie im Falle einer Änderung.

Ein gesetztes Archiv Bit nutzt der Spectralis zur Erkennung der FIXED LOADING Samples. Deswegen sind alle Samples, die Sie zum Zwecke eines Backups auf den Speicher des Spectralis kopieren zunächst auf FIXED LOADING gestellt. Das gleiche betrifft neue Samples – ganz egal ob eigene oder eine Sample Library. Alle Samples, die Sie auf den Flash Speicher kopieren, sind zunächst einmal auf „FIXED LOADING“ gestellt.

Der Spectralis versucht, alle FIXED LOADING Samples einzulesen und lädt während des Bootvorgangs so lange weiter, bis der Speicher voll ist. Zum Nachladen weiterer Samples ist dann einfach kein Platz mehr im RAM.

Lösung:

Sie stellen nach dem Kopieren alle Samples auf „dynamisches Laden“.

Dazu befolgen sie die folgenden Schritte:

1.) Betätigen Sie [SHIFT] + [BROWSE]
2.) Wählen Sie den internen FLASH Speicher per Encoder Tasterbetätigung
3.) Betätigen Sie die [SHIFT]-Taste
4.) Betätigen Sie die Encoder-Taste [DynAll]
5.) Danach müssen Sie den Spectralis neu starten.

Nun sollten alle Samples im Root Directory wieder auf dynamisches Laden gestellt sein. Die Songs sollten nun wieder mit allen Samples abgespielt werden.

Sollten Sie mit Setups gearbeitet haben, müssen Sie natürlich auch in den entsprechenden PERFORMZ-Ordnern die Samples auf dynamisches Laden stellen.